Immunmodulatorische Therapie ist heutzutage die Basis der MS-Versorgung. Ziel einer immunmodulatorische Therapie ist nicht nur die Schubrate zu verringern, sondern:

  • eine Konversion in progressive Form zu verzögern/vorzubeugen
  • die eventuelle Progression zu verlangsamen und somit die Langzeitprognose zu verbessern
  • Eine MS-bedingte demenzielle Entwicklung vorzubeugen/vermeiden

Es gibt weltweit insgesamt 3 Modellen für eine immunmdulatorische Therapie, die ich hier abgebildet habe.

Die 1. Abbildung zeigt die möglicherweise die beliebteste Form, wobei man mit einem niedrigpotentem, dementsprechend nebenswirkungsärmerem Mittel beginnt und ggf. im Verlauf die Therapie phasensweise eskaliert.

Die 2. Abbildung zeigt die nächste Form, die sich von hämatologischen Therapien des Blutkrebs inspiriert lassen hat. Hier fängt man sofort mit einer maximal-aggressiven Therapie mit einer Knochenmarksuppression und dann stellt die Patienten im Verlauf auf eine Therapie mit einem leicht- bis mittelpotentem Mittel ein.

Die 3. Form ist eine Therapie mit Natalizumab (Tysabri) vom Beginn an, einer JC-Virus Antikörper-Negativität vorausgesetzt.

Selbstverständlich hat jede Form Vor- und Nachteile; keine Form hat bis jetzt eine einheitliche internationale Akzeptanz gefunden. Welcher Patient auf welches Therapieregime angesetzt werden soll, ist abhängig von vielen Faktoren, hierzu zählen:

  • MS-Aktivität
  • MRT-Läsion-Last
  • soziale Faktoren, Therapieadhärenz
  • Erfahrung des behandelnden Arztes
  • Allgemeine Leitlinien und Tendenzen des Landes