Multiple Sklerose: Pathogenese und (mögliche) Risikofaktoren

Welt-MS-Tag 2021

Multiple Sklerose (MS) ist eine heterogene Erkrankung mit variablen klinischen und pathologischen Merkmalen, die unterschiedliche Wege zur Gewebeverletzung widerspiegeln. Entzündung, Demyelinisierung und Axondegeneration sind die wichtigsten pathologischen Mechanismen, die die klinischen Manifestationen verursachen. Die Ursache von MS bleibt jedoch unbekannt. Die am weitesten verbreitete Theorie besagt, dass MS als entzündliche Autoimmunerkrankung beginnt, die durch autoreaktive Lymphozyten vermittelt wird. Später wird die Krankheit von Mikroglia-Aktivierung und chronischer Neurodegeneration dominiert.

  • Alternative Theorien der MS-Pathogenese umfassen eine immunologische (aber nicht autoimmune) Ätiologie aufgrund einer chronischen Virusinfektion und eine nicht-immune nicht-entzündliche Ätiologie aufgrund eines genetisch bedingten neuroglialen degenerativen Prozesses.
  • Multiple Sklerose betrifft mehr Frauen als Männer; das geschätzte Verhältnis von Frauen zu Männern der MS-Inzidenz beträgt ungefähr 2:1, wobei einige Daten darauf hindeuten, dass das Verhältnis sogar noch höher ist. Das mediane und durchschnittliche Alter des Beginns der MS beträgt 23,5 bzw. 30 Jahre. Das höchste Erkrankungsalter liegt bei Frauen etwa fünf Jahre früher als bei Männern. Der Beginn der MS kann selten erst im siebten Lebensjahrzehnt auftreten.
  • Genetische Faktoren scheinen zum MS-Risiko beizutragen, insbesondere Variationen mit dem HLA-DRB1-Locus.
  • Obwohl viele Viren, insbesondere das Epstein-Barr-Virus, mit MS in Verbindung gebracht wurden, gibt es keine spezifischen Beweise, die Viren direkt mit der Entwicklung von MS in Verbindung bringen.
  • Es besteht eine umgekehrte Beziehung zwischen Sonnenexposition, ultravioletter Strahlung oder dem Vitamin-D-Spiegel im Serum und dem Risiko oder der Prävalenz von MS.
  • Tabakrauchen und Fettleibigkeit bei Kindern oder Jugendlichen können Risikofaktoren für MS sein.
  • Es besteht kein Zusammenhang zwischen Impfstoffen und dem MS-Risiko.
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